Das transnationale Netzwerkprojekt der Nationalen Kontaktstellen Horizon Academy (NCP4HE), in das u. a. auch die Nationale Kontaktstelle für Recht und Finanzen eingebunden ist, führte letztes Jahr europaweit eine freiwillige Umfrage zur Implementierung von Horizont-Europa-Projekten durch.
Die Umfrage zeigt Erfahrungswerte zu finanziellen, rechtlichen und administrativen Prozessen vom Antrag bis zum Abschlussbericht auf. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und den Hinweis zum vollständigen Bericht finden Sie hier.
Nun wurde zusätzlich zum veröffentlichen Bericht ein Dashboard eingerichtet, über das man Ergebnisse der Umfrage unter bestimmten Parametern filtern kann.
Ergänzend zu der allgemeinen Zusammenfassung haben wir einige interessante Ergebnisse aus den Rückmeldungen deutscher Einrichtungen zusammengefasst.
Teilnahme deutscher Einrichtungen an der Umfrage
Deutsche Einrichtungen haben sich hinter spanischen Einrichtungen am zweitstärksten an der freiwilligen Umfrage beteiligt. Dies entspricht 188 von insgesamt 1360 eingegangenen Rückmeldungen.
Die Antwortenden aus Deutschland kamen im Vergleich am häufigsten aus dem Forschungsmanagement ("Research Manager") (50 %, Länderdurchschnitt aller Antworten: 41 %), gefolgt von weiterem wissenschaftlichen Personal (23 % versus 18 % im Ländervergleich). Im Vergleich haben sich weniger oft Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen (22 % versus 35 % im Ländervergleich) an der Umfrage beteiligt.
Kalkulation der förderfähigen Personalkosten
Auf die Frage, wie insgesamt die Komplexität der Berechnung der förderfähigen Personalkosten in Horizont Europa (Darstellung 11) bewertet wird, haben 55 % der Antwortenden aus allen Ländern (EU Mitglieds- und assoziierten Staaten) angegeben, diese sei "komplex" (40 %) oder "sehr komplex" (15 %). Deutsche Einrichtungen beurteilen die Komplexität der Kalkulation von Personalkosten als höher (insgesamt 74 %, davon 34 % "sehr komplex").
Verglichen mit nationalen Förderanträgen (Darstellung 12) beurteilen die deutschen Antwortenden die Kalkulation von Personalkosten in EU-Anträgen als weniger einfach (61 %) verglichen mit den Antworten aus den anderen EU- und assoziierten Ländern (39 %). Die Studie geht noch weiter ins Detail (Darstellung 13) und fragt beispielsweise ebenfalls nach der Einfachheit der Kalkulation von Personenmonaten (im Bericht), der Zeiterfassung, der Erklärung von Abweichungen (im Bericht) sowie der Berechnung der Tagessätze. Deutsche Einrichtungen bewerten die Klarheit, Handhabbarkeit und einfache Anwendbarkeit rund 5-10 % negativer als im europäischen Vergleich.
Handhabung des Umfrage-Dashboardes
In dem Dashboard ist der Datensatz zu allen abgefragten Aspekten hinterlegt, so dass beispielsweise nach Ländern, Einrichtungstyp oder Rolle des Antwortenden gefiltert werden kann. Die Umfrage umfasst die Kategorien: Finanzielle Regeln, rechtliche Regeln, der Projektzyklus, das Funding and Tenders Portal sowie horizontale Aspekte (wie Gender, Open Science, Kommunikation, Verwertung der Ergebnisse, etc.).
Bitte beachten Sie, dass mit zunehmender Nutzung der Filterfunktion die Aussagekräftigkeit der Ergebnisse auf Grund der geringen Antwortzahl deutlich eingeschränkt sein kann.