Antragsverfahren

Für Projektanträge in Horizont Europa gibt es präzise Vorgaben. Dies gilt für die Inhalte, die Form und das Verfahren. Diese Vorgaben sollten Antragstellende genau beachten.

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Jede Ausschreibung in Horizont Europa basiert auf einem Arbeitsprogramm, das unter Mitwirkung der EU-Mitgliedstaaten und auf Vorschlag der Europäischen Kommission entstanden ist. Grundsätzlich gilt, dass Anträge nur eingereicht werden können, wenn eine entsprechende Ausschreibung geöffnet wurde und aktuell offen ist. Eine Übersicht über alle offenen, demnächst geöffneten und bereits geschlossenen Aufrufe bietet das Funding & Tenders Portal, über das auch die Antragseinreichungen laufen.

Auf den jeweiligen Ausschreibungsseiten finden sich alle relevanten Informationen, die für die Antragstellung benötigt werden. Die Aufrufe sind in der Regel drei bis vier Monate geöffnet. Dieser Zeitraum ist für eine gründliche Antragsvorbereitung aber oft zu kurz. Die Antragsstellenden können allerdings in den zwei- bis dreijährigen Arbeitsprogrammen zu Horizont Europa nachlesen, für wann welche Ausschreibungen geplant sind. So können sie ihren Antrag bereits vor der Öffnung der Ausschreibung beginnen. Um eine Beteiligung an Horizont Europa langfristig planen zu können, kann es vorteilhaft sein, auch die im Strategischen Plan verankerten übergeordneten Programmziele im Blick zu behalten.

Der Strategische Plan und das Arbeitsprogramm

Horizont Europa bietet für Antragstellende ein hohes Maß an Planungssicherheit was die Prioritäten und Ziele der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik betrifft. In einem Strategischen Plan sind für 2021 bis 2024 vier strategische Schlüsselorientierungen festgeschrieben, die maßgeblich für die Inhalte der Arbeitsprogramme bis 2024 sind. Das jeweilige Arbeitsprogramm beschreibt, welche Aufrufe zu welchen Themen zu welchem Zeitpunkt in dem jeweiligen Zeitraum geplant sind. Antragstellende können sich folglich gründlich vorbereiten. Für jeden Bereich von Horizont Europa gibt es in der Regel einen eigenen Teil im Arbeitsprogramm, zum Beispiel einen für jedes Cluster. Der Anhang des Arbeitsprogramms (Annex) enthält allgemeine Informationen, Begriffsklärungen und Verfahrensbeschreibungen zum Beispiel zur Begutachtung.

Die Antragsverfahren

Antragsverfahren in Horizont Europa basieren auf einem Antragsformular (Proposal Template), das je nach Maßnahme unterschiedlich ist. Alle Vorgaben aus dem Antragsformular müssen unbedingt eingehalten werden. Die geforderten inhaltlichen Angaben sollten vollständig sein, denn das Antragsformular entspricht dem Bewertungsformular, mit dem die Gutachterinnen und Gutachter den Antrag später bewerten. Wenn die Vorgaben strikt eingehalten werden, erleichtert das die Orientierung im Antrag und macht ihn besser lesbar.

Die in Horizont Europa am häufigsten genutzten Verfahren sind das einstufige und das zweistufige Antragsverfahren:

  • Einstufiges Antragsverfahren: Der vollständige Antrag wird zur im Ausschreibungstext genannten Einreichungsfrist elektronisch über das Funding & Tenders Portal eingereicht.
  • Zweistufiges Verfahren: Ein Kurzantrag wird zur für die erste Stufe genannten Frist eingereicht. Alle eingegangenen Kurzanträge werden evaluiert. Nur Konsortien, deren Kurzanträge positiv bewertet worden sind, werden eingeladen, einen Vollantrag einzureichen.

Außerdem gibt es noch die folgenden Verfahren:

  • Offene Aufrufe / Stichtagsverfahren
  • Calls for Tender: Horizont Europa bietet auch die Möglichkeit sich an Ausschreibungen für Dienstleistungs- und Lieferaufträge (Calls for Tender) zu beteiligen. In offenen, transparenten Verfahren vergibt die EU hier zum Beispiel Aufträge für Begleitstudien, die in den Arbeitsprogrammen im Teil "Other Actions" vorgesehen sind oder Lieferaufträge für innovative Anwendungen.