Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Im Rahmen des europäischen Grünen Deals hat sich die EU das Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen somit bei politischen Initiativen und Fördermaßnahmen der EU eine immer größere Rolle.

Schmuckbild

Adobe Stock/ tbel

Die EU hat 2016 das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Diese umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung hat zum Ziel, die Erderwärmung deutlich unter 2 °C im Vergleich zu vorindustriellen Werten zu begrenzen. Die EU hat sich ebenso dazu verpflichtet, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen. Die Länder erklären darin ihre Absicht, die Armut zu beseitigen und bis 2030 weltweit für eine nachhaltige Entwicklung zu sorgen, bei der niemand zurückbleibt.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewinnen bei der Gestaltung von politischen Initiativen der EU und bei EU-Fördermaßnahmen immer mehr an Bedeutung. 2019 hat die EU den europäischen Grünen Deal (Green Deal) als neue Initiative gestartet und zur neuen Wachstumsstrategie erklärt. Im Rahmen des Green Deals hat sich die EU das Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, indem keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden. Zudem soll das Wirtschaftswachstum der EU vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden. Um diese Ziele zu erreichen, hat die EU einen Aktionsplan zur Förderung einer effizienteren Ressourcennutzung durch den Übergang zu einer sauberen und kreislauforientierten Wirtschaft sowie zur Wiederherstellung der Biodiversität und zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung veröffentlicht.

Laut Vorschlag der Europäischen Kommission für ein Europäisches Klimagesetz zur Umsetzung des Green Deals sollen die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 um 55 Prozent sinken (im Vergleich zu den Werten von 1990). Um die Klimaziele zu erreichen, sollen insbesondere Investitionen in neue, umweltfreundliche Technologien getätigt und die Industrie bei Innovationen unterstützt werden. So sollen ein umweltfreundlicherer und kostengünstigerer privater und öffentlicher Verkehr, die Dekarbonisierung des Energiesektors, die Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zur Verbesserung weltweiter Umweltnormen vorangebracht werden.

Bislang wurden im Rahmen des europäischen Grünen Deals eine Reihe von Maßnahmen und Strategien auf den Weg gebracht, die auch Anknüpfungspunkte mit Horizont Europa haben im Hinblick auf mögliche Forschungs- und Innovationsvorhaben. Dies betrifft eine große Bandbreite an Politikbereichen, wie zum Beispiel den Bereich saubere Energie (unter anderem Vorschlag für eine EU-Wasserstoffstrategie), den Bereich nachhaltige und umweltfreundlichere Produktionszyklen und die Gewährleistung einer nachhaltigeren Lebensmittelkette (Strategie "Vom Hof auf den Tisch").

Von den Ausgaben der EU innerhalb des mehrjährigen Finanzrahmens für die Förderperiode 2021 bis 2027 sollen mindestens 30 Prozent in Klimamaßnahmen fließen oder zur Erreichung der EU-Klimaziele beitragen. Für Horizont Europa wurde das Ziel gesetzt, dass 35 Prozent der Mittel für klimarelevante Forschung vergeben werden sollen. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind als Querschnittsziele über das gesamte Programm Horizont Europa hinweg verankert.