Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft

Wie kann ein demokratisches, sozial inklusives und kulturell vielfältiges Europa in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung bewahrt und weiterentwickelt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die in diesem Bereich geförderte Forschung.

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Zu den politischen Zielen der Europäischen Union gehört es, Wirtschaftswachstum mit nachhaltiger Entwicklung und sozialer Inklusion zu verbinden, kulturelle Vielfalt und das kulturelle Erbe zu fördern und Werte wie Demokratie, Menschenrechte oder Geschlechtergleichstellung zu stärken. Globale Entwicklungen wie die Globalisierung, der technologische Wandel, aber auch die zunehmenden Ungleichheiten in Gesellschaften, stellen das europäische Modell vor Herausforderungen.

Um diesen Herausforderungen adäquat zu begegnen, sind die Themen im Bereich (Cluster) "Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft" breit gefächert. Gefördert werden Forschung und Innovation unter anderem zu den Themen Demokratie und politische Partizipation, Justiz und Grundrechte, Bildung, Beschäftigung, Wachstum und Investitionen, Ungleichheiten und Migration. Die Forschungs- und Innovationsaktivitäten sollen dazu beitragen, dass das Vertrauen in demokratische Staatsführung gestärkt, die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern durch soziale Innovationen gefördert wird und Ungleichheit, Marginalisierung, Diskriminierung und Radikalisierung bekämpft werden. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie das europäische kulturelle Erbe bewahrt und besser zugänglich und nutzbar gemacht werden kann.

Transnationale, interdisziplinäre und transdisziplinäre Ansätze unter Einbezug von Praxispartnern sind gefragt, um diese komplexen Fragestellungen zu adressieren. Vor allem Forschende aus den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie Aktive aus der Kultur- und Kreativwirtschaft können hier wichtige Beiträge leisten.

Das Cluster "Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft" fördert Forschungs- und Innovationsaktivitäten in drei Interventionsbereichen:

  1. Demokratie und Staatsführung
    Umfragen weisen darauf hin, dass das Vertrauen in demokratische Institutionen abzunehmen scheint. Gleichzeitig erfahren populistische und nationalistische Parteien in verschieden europäischen Ländern zunehmenden Zuspruch. Was bedeutet der Kontext von größerer gesellschaftlicher Vielfalt, globalem wirtschaftlichem Wettbewerb und technologischem Wandel für demokratische Institutionen und wie können diese gestärkt werden und sich gegebenenfalls anpassen? In diesem Bereich werden Forschungs- und Innovationsaktivitäten unter anderen zur Legitimität und Wirksamkeit demokratischer Staatsführung, zur Förderung demokratischer Bürgerschaft, zu Strategien zur Bekämpfung von Polarisierung und Extremismus und zur Stärkung von sozialer und politischer Inklusion gefördert.
  2. Kulturerbe
    Das kulturelle Erbe spielt eine wichtige Rolle bei der Identitätsbildung von Gruppen und Gesellschaften und dient gleichzeitig als Inspirationsquelle für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Ein besseres Verständnis des kulturellen Erbes und davon, wie dieses interpretiert und genutzt wird, ist wesentlich für inklusive Gesellschaften. Um das kulturelle Erbe in Europa erhalten und besser nutzen zu können, werden Forschungs- und Innovationsaktivitäten benötigt. Diese müssen sich unter anderem mit Methoden zur Erhaltung und zum Schutz von kulturellem Erbe, der besseren Zugänglichkeit und Nutzbarmachung auch durch neue Technologien, aber auch mit der Rolle von Kultur und Kulturerbe in multikulturellen Gesellschaften beschäftigen.
  3. Sozialer und wirtschaftlicher Wandel
    Die Globalisierung und der technologische Fortschritt führen zu tiefgreifenden sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandlungsprozessen in den europäischen Gesellschaften. In diesem Kontext steht Europa vor der Herausforderung, nachhaltiges und integratives Wachstum zu fördern und Ungleichheiten zu verringern. Unter dieser Überschrift werden vielfältige Forschungs- und Innovationsaktivitäten gefördert, unter anderem zu den Bereichen Bildung und Beschäftigung, Wachstum und Innovation, zu neuen Formen der Arbeit, zu Steuer- und Sozialsystemen, zum demographischen Wandel, zu sozialer Inklusion, zu Migration und Integration und zur Modernisierung von öffentlicher Verwaltung.

Sozioökonomische Forschungsfragen werden als sogenannte Querschnittsthemen auch in den anderen Bereichen von Horizont Europa berücksichtigt. Zudem werden in den themenoffenen Bereichen von Horizont Europa "Europäischer Forschungsrat" (ERC) und "Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen" (MSCA) auch individuelle sozial- und geisteswissenschaftliche Forschungsprojekte gefördert.

Weitere Informationen zu diesem Cluster erhalten Sie auf der Seite der Nationalen Kontaktstelle Gesellschaft.